Die Restaurierung unseres Nürburg 500 Pullman

Seine Degradierung von der Chauffeurlimousine zum Feuerwehrauto hat dem edlen Nürburg mit aller Wahrscheinlichkeit das Leben gerettet. Mit riesigen Anstrengungen ist die Rückführung in den Originalzustand gelungen

 
Unser Nürburg 500 nach der Restaurierung. Auf eine dem Original entsprechende Erscheinung wurde grosser Wert gelegt. Wagenfarbe (Aubergine und Schwarz) sowie Innenausstattung in Leder (Chauffeurabteil) und Stoff (Passagierraum) wurden genau nach Befund aufgearbeitet bzw. rekonstruiert

Der Wagen mit der Fahrgestell-Nr. M 83931
ist das erste Fahrzeug der Baureihe W 08, das die Bezeichnung «Nürburg 500» trug; es wurde 1931 gebaut und 1932 am Genfer Automobilsalon auf dem Stand von Mercedes-Benz präsentiert. Nach dem Salon kam das Auto zur Mercedes-Benz Niederlassung in Zürich, wo es dem Käufer hätte ausgeliefert werden sollen. Dieser trat aber vom Vertrag zurück, so dass das Fahrzeug bei Mercedes-Benz an der Badenerstrasse 119 zum Ausstellungsobjekt wurde. In diesem Gebäude wohnte auch ein Zahnarzt, der Gefallen am Fahrzeug fand und in der Folge zum Erstbesitzer dieser Limousine wurde. Die Familie mit ihren drei Kindern fuhr mit diesem Wagen bis 1939. Es wurden oft Reisen nach Frankreich unternommen, deshalb haben die Scheinwerfer umschaltbares weisses und gelbes Licht. Weil im Zweiten Weltkrieg Benzin zur absoluten Mangelware wurde, verkaufte die Familie das durstige Automobil im Jahr 1942 für lediglich 500 Franken an die Feuerwehr der Stadt Sursee.

Der zweite Lebensabschnitt war für den noblen Nürburg ein harter Schicksalsschlag: er wurde zum Feuerwehr-Pikett-Fahrzeug umgebaut. Das komplette Fondinterieur inklusive Klappsitzanlage wurde herausgerissen und eine Sitzgelegenheit für acht Mann erstellt. Die hintere Stossstange, die Kofferbrücke und die Schlussleuchten wurden entfernt, weil ein Kasten für Schaumlöscher, Kreislaufgeräte (Atemschutz) und Beleuchtung angebaut wurde. Das Reserverad mit der Halterung auf der rechten Seite musste einer Werkzeugkiste weichen. Darin wurde grobes «Geschütz» wie Säge, Axt, Vorschlaghammer, Fäustel und dergleichen mitgeführt. Diese Mittel wurden wahrscheinlich auch bei Radwechseln zur «Bearbeitung» der Radspannmuttern eingesetzt... Es entsprach dem damaligen Umgang mit alten Fahrzeugen, dass alle demontierten Teile weggeworfen wurden. Auf dem Dach wurde eine Leiter mitgeführt, und mit der angehängten Motorspritze war die Feuerwehr der Stadt Sursee mit ihrem ersten Feuerwehrauto bestens ausgerüstet. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 4‘473 Franken und 10 Rappen. Bis 1964 war dieses Fahrzeug im Einsatz. Während diesen 21 Jahren hat der einst stolze Nürburg arg gelitten, die schlechte Behandlung beziehungsweise Misshandlung hat deutliche Spuren hinterlassen. Mit dem Verkauf an einen Liebhaber von Oldtimerfahrzeugen nahm diese brutale Zeit ein Ende. Eigentlich wollte der Sammler das seltene Fahrzeug restaurieren, um damit Hochzeitsfahrten anzubieten. Die von der Feuerwehr angebauten Teile wurden zwar wieder demontiert, aber das Auto blieb in seinem fragmentarischen Zustand in einer unterirdischen Halle stehen und der Zahn der Zeit nagte daran. Schliesslich musste es verkauft werden.

 

Wir pflegen seit Mitte der 80er-Jahre eine enge Beziehung zu Erich Haller mit seinem Nürburg und setzten uns zum Ziel, auch einmal einen Nürburg zu besitzen. Eines Tages kam Erich mit einem Handzettel und meinte kurz und bündig: «Hier ist doch einer, also...» Er hatte da so seine Informationsquellen, das Fahrzeug wurde ja nicht ausgeschrieben. Wir zögerten nicht lange. Nach einer Besichtigung zusammen mit Erich haben wir die Ruine im Frühjahr 1995 erworben. In unserer Garage standen zwar bereits fünf alte Mercedes-Benz Fahrzeuge der Jahrgänge 1937 bis 1971, von denen zwei erst im Anfangsstadium einer Totalrestaurierung waren. Es war also klar, dass der Nürburg auch bei uns zunächst zur Seite gestellt werden musste. Gut zwei Jahre später entwickelte er sich dann zu einem gewaltigen Projekt mit zahlreichen happigen Herausforderungen, denn wir strebten eine Wiederherstellung in den Originalzustand an. Leider war das Mercedes-Benz Classic Center in Fellbach damals noch nicht in der Lage, für ein solches Fahrzeug kompetent Support zu leisten. Zudem war das Werk Mannheim, wo der Nürburg gebaut wurde, im Zweiten Weltkrieg mitsamt seinem Archiv total zerstört worden. Ein pensionierter Mitarbeiter von Mercedes-Benz Zürich, zufällig ein Bekannter von Erich Haller, konnte uns den Namen des Erstbesitzers nennen. Er erinnerte sich sofort wieder an das Auto; es gab ja in der Schweiz nur wenige dieses Typs. Es gelang uns, mit den Nachkommen des Erstbesitzers Kontakt aufzunehmen. Auch diese erkannten «ihr» Auto anlässlich eines Besuchs bei uns und erinnerten sich an die Zeit mit diesem feudalen Fahrzeug.

Die Restaurierung begann bald darauf mit dem Demontieren von Anbauteilen, die wir nach und nach restaurierten. Wir machten uns auch auf die Suche nach fehlenden Teilen.


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Eine undichte Blechbeplankung hat im Übergang von der linken A–Säule auf den Dachbereich zu schweren Fäulnisschäden am tragenden Holzskelett geführt
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Dort war auch die Innenausstattung vollständig ruiniert




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Das zum Mannschaftsraum umgebaute Passgierabteil war ausgeräumt und zerschlissen. Immerhin haben sich originale Teile der Wand- und Türverkleidungen erhalten, so dass der Stoff in Dessin und Farbe nachgewebt werden konnte
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Auch das robuste Chassis mit seinem klassischen Fahrwerk und der komplexen mechanischen Bremsanlage musste bis zur hintersten Schraube aufgearbeitet werden




Bild links
Wegen Fäulnis musste der Holzrahmen des Torpedos unter Einschluss der Frontscheibe rekonstruiert werden
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Dass die zuvor entfernte Blechbeplankung dann nicht mehr so ohne weiteres passte und aufwändig in Form gebracht werden musste, liegt in der Natur der Sache


Der Erfolg bei den regelmässigen Besuchen auf der Veterama Mannheim, der Technorama Ulm, dem OTM Bern bzw. Fribourg, den Teilemärkten Zürich, Langenthal und Roggwil war sehr bescheiden. Immerhin haben wir einen Vergaser, einen Luftfilter, die Schlussleuchten und ein Ersatzteilbuch gefunden, und was man nicht findet, kann man ja nachbauen lassen. So zum Beispiel den fehlenden Ersatzradhalter inklusive Verschlussmutter. Der Halter auf der linken Seite diente uns als Muster. Es war vielleicht nicht die billigste Lösung (ein «normaler» Mensch kauft für dieses Geld einen Occasions-Kleinwagen), aber das Resultat war hervorragend.

Die Zerlegung des Fahrzeugs im grossen Stil begann im Frühjahr 2000. Vor und während dieser Phase wurden Fotos, Zeichnungen und Beschriebe angelegt. Nachdem die Karosserie vom Chassis getrennt war, folgten die in jeder Hinsicht aufwändigen Fremdleistungen. Die umfassende Motorrevision unter Verwendung vieler Neuteile wie Kolben, Lager etc. sowie die Revision von Getriebe und Achsen wurden bei der Firma Techmosim AG in Muttenz in Auftrag gegeben. Bei der Restaurierung der Karosserie kam auch der Wagner zum Einsatz; Gino Zoggia, ein begnadeter Spezialist für exklusive Karosseriespenglerei bearbeitete den Nürburg während gut zwei Jahren in seinem Atelier in Allschwil.
 

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Als am Aufbau schliesslich alles passte, konnte eine Farbgrundierung aufgetragen werden
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Bevor der Lackierer sein Werk fortsetzen konnte, musste der Aufbau auf das Chassis gesetzt werden, damit der Blechvirtuose Gino Zoggia Motorhaube und Kotflügel anpassen konnte




Im Detail aufwändige Mechanik: Das Maybach-Schnellganggetriebe in separatem Gehäuse (vorne) und der BOSCH-Dewandre-Bremskraftverstärker (hinten)


Beim Carrosseriebetrieb Wenger AG in Basel bekam der Aufbau wieder die ursprünglichen Farben: Aubergine und Schwarz. Nürburg-Experte Erich Haller hat uns mit dem Elektroschema seines Nürburg geholfen und dann den Kabelbaum für den Chassisbereich nach unseren Angaben erstellt. Nachdem der neue Kabelbaum im Chassis eingebaut und ausgetestet war, wurde die Karosserie aufgesetzt.


Alte Autos sind elektrisch simpel aufgebaut, sagt man. Beim Anblick des Kabelgewirrs unter dem Armaturenbrett kommen allerdings Zweifel auf, ob diese Aussage auf den Nürburg zutrifft

Der Kabelbaum des Aufbaus, die Verkabelung des Sicherungskastens und jene der Armaturentafel mussten noch erstellt werden, bevor das Auto im April 2009 dem Autosattler Hansruedi König in Sursee überbracht werden konnte. Wir haben Hansruedi König gewählt, weil er schon mehrere Pullman-Limousinen verschiedener Marken ausgestattet hat, weil er für saubere Arbeit bekannt ist und nicht zuletzt weil er den Nürburg aus seiner aktiven Dienstzeit bei der Feuerwehr kannte.


Ein Schwerpunkt unserer Restaurierung: das in allen Details originalgetreu wiederhergestellte Interieur des Passagierabteils


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Der samt Bordüren in den originalen Farben nachgewobene Stoff
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Umgeben von so viel Luxus liessen sich vor 80 Jahren vermögende Herrschaften durch die Landschaft chauffieren



 
Nahm man Gäste mit oder die eigenen Kinder, wurden die recht bequemen Notsitze ausgeklappt. Raum dafür war im Überfluss vorhanden

Zunächst galt es jedoch, die ausgeräumte «Stube» hinter der Trennwand für den Sattler vorzubereiten. Hier herrschte ja gähnende Leere. Erich bot uns kurzerhand an, das Interieur seines Nürburg auszubauen und dieses während einer Woche dem Wagner als Vorlage zur Herstellung der Holzrahmen für die Fondsitzanlage mit Armlehnen zu überlassen. Anschliessend konnten die Federkerne gebaut werden. Die dekorativen Beschläge mit der Mantelstange waren für die Feuerwehr ebenfalls überflüssig gewesen; auch hier durften wir das Original von Erich ausleihen, damit diese in einer Kunstgiesserei nachgebaut werden konnten. Bei den monatlichen Besprechungen in der Sattlerei mussten immer wieder Details zur Ausführung und zu den Materialien abgeklärt werden. Das Problem mit den fehlenden Klappsitzen löste sich durch einen glücklichen Zufall. Der Sattler hatte zwei ähnliche Sitze aus einer Abbruch-Maybach-Limousine jener Zeit vorrätig. Diese mussten zwar mit grossem Aufwand abgeändert, überarbeitet und neu verchromt werden, aber es sind Originale. Beim Polsterstoff im Fond war nur die beste Lösung gut genug. Nachdem wir erfolglos jede Menge von Stoffkollektionen durchgeblättert hatten, liessen wir den Originalstoff – ein unversehrtes Stück davon fanden wir in der Klapptasche einer hinteren Tür – nachweben. Die Gerberei war ebenfalls bereit, das Leder für den Fahrerbereich im originalen bräunlich-roten Farbton einzufärben. Kurz vor Weihnacht 2009 war das Interieur fertiggestellt und der Nürburg wurde zu uns nach Pratteln überführt. Dann folgte die Montage der Kotflügel, Trittbretter, Windschutzscheibe mit Vordach, Scheinwerfer, Positions- und Rückleuchten. Diese Anbauteile lagen schon lange bereit, hingegen fehlten noch die Kofferbrücke und die Stossstangen. Diese Teile mussten neu angefertigt werden, weil sie seinerzeit bei der Feuerwehr demontiert und weggeworfen worden waren. Zur Nachfertigung der Kofferbrücke stand uns wieder das Original von Erich Hallers Nürburg als Vorlage zur Verfügung. Während die Rekonstruktion der Kofferbrücke durch unseren ortsansässigen Schlossereibetrieb verhältnismässig problemlos und kurzfristig möglich war, ergab sich beim Nachbau der Stossstangen eine zweijährige «Schwangerschaft». Das Problem lag darin, dass das benötigte Profil – vorn Teil eines Kreissegments, hinten flach – nicht mehr zu beschaffen war. Wir legten aber grossen Wert auf eine originalgetreue Nachfertigung. Zwei Fachleute der Metallbaubranche, die ebenfalls in der Oldtimerszene aktiv sind, haben die Idee zur Herstellung entwickelt und auch deren Ausführung übernommen: Sie schnitten aus einem im Durchmesser passenden Hydraulikzylinder der Länge nach Segmente heraus und planten sie rückseitig.

 

Nachdem es der Kestenholz Classic im März 2011 gelungen war, eine Betriebsanleitung für diesen Nürburg zu beschaffen (selbst Typenreferent und andere Spezialisten schafften dies nicht), wurde das Auto bei der Classic-Garage Kestenholz in Birsfelden durchgecheckt. Eine erste Probefahrt von ungefähr 50 Kilometern verlief erfolgreich. Kurz darauf konnten wir endlich die verchromten Stossstangenblätter montieren. Am 26. Juli 2011 wurde der Nürburg bei der Motorfahrzeugkontrolle beider Basel in Münchenstein geprüft. Es konnten keine Mängel gefunden werden; der Nürburg erlangte den Veteranen-Eintrag (Code 180) mit dem Prädikat «summa cum laude». Zu jenem Zeitpunkt fehlten aber noch die Filets und es war nicht einfach, jemanden zu finden, der fähig und bereit war, auf einer Neulackierung mit dem Schwertschlepper (=Linierpinsel) Filets zu ziehen. Eine andere Maltechnik oder gar geklebte Filets kamen gar nicht in Frage. Schliesslich landeten wir beim «Mann der geraden Linie», über den wir eine Reportage in einer abgelegten Automobil Revue aus dem Jahr 2000 fanden.

 

Mit den Filets war der Nürburg vollkommen; genau das hatte ihm noch gefehlt. Jetzt war er bereit für seinen ersten grossen Auftritt: das Rassemblement National von SWISS OLDTIMERS in Willisau am Sonntag, 2. Oktober 2011. Es war ergreifend zu sehen, wie der Nürburg von interessierten und auch kompetenten Besuchern mit Begeisterung bestaunt wurde. Der Star stand mit Würde im historischen Städtli und erzielte beim Concours d’Elégance sowohl den ersten Preis der Jury für die beste Limousine und wurde auch Sieger beim Publikumspreis (siehe CN 4/2011; Anmerkung der Redaktion). Kann man sich einen schöneren Start nach einer vollendeten Restaurierung vorstellen?

Die Restaurierungsarbeiten begannen am 7. April 1995 und endeten am 24. September 2011. Dieser Zeitabschnitt beinhaltete 5‘024 Werktage. Wir selbst waren an 916 Tagen mit der Restaurierung im Sinn von Eigenleistung beschäftigt. Beim Vergleich fällt auf, dass wir im Durchschnitt nur knapp jeden fünften Arbeitstag nutzten. Es gab tatsächlich zahlreiche Unterbrüche von mehreren Tagen, Wochen, ja sogar Monaten.

 

 

Unsere Arbeitseinsätze in Tagen pro Jahr

 

 

*) Das Auto stand 2009 während acht Monaten beim Autosattler

 

Unsere Einsätze zugunsten des Nürburg waren über die Jahre gesehen sehr unterschiedlich, man sieht aber deutlich, dass es ab 2007 rassig vorwärts ging. Der Grund liegt einerseits darin, dass wir inzwischen pensioniert wurden und andererseits verlegten wir das Schwergewicht der Restaurierungsarbeiten auf den Nürburg, denn es wurde Zeit, ihn endlich in Betrieb nehmen zu können. In den Jahren zuvor standen noch andere Projekte an, welche ebenfalls abgeschlossen, zumindest aber vorangetrieben werden wollten.

 

Bild links
Wohin das Auge sich wendet, der Wagen ist reich an hübschen zeittypischen Details, hier das Schloss des Koffers

 
Auch von hinten zeigt sich die Nürburg Pullman-Limousine ganz dem Stil der späten 1920er-Jahre verpflichtet. Einen Kofferraum gab es nicht. Das Gepäck wurde in einem abnehmbaren Koffer verstaut, der in Form und Grösse auf den Wagen abgestimmt wurde und auf der Kofferbrücke verankert ist

 

Die Chronologie der Nürburg-Restaurierung

 

07. April 1995                         Übernahme des Nürburg.

26. Januar 1997                      Erster Besuch von Herr und Frau Zuber, Tochter und Schwiegersohn des Erstbesitzers Dr. med. dent. Samuel Rohner. Das Auto präsentiert sich noch nahezu im Zustand, in dem wir es vor fast zwei Jahren übernommen hatten.

Mitte 1997 bis Ende 1998        Demontage und Restaurierung von Klein- und Anbauteilen im Karrosseriebereich. Nachbau der fehlenden Ersatzradhalter inkl. Verschlussmutter.

Februar & März 2000               Demontage des Interieurs.

17. März 2000                         Karosserie vom Chassis getrennt.

12. August 2000                     Karosserie auf Rollschemel montiert.

März bis Oktober 2000            «abräumen» des Chassis.

17. Oktober 2000                    Chassis mit Motor und Getriebe zu Techmosim AG nach Muttenz überführt. Dort werden Motor und Getriebe demontiert und die Hinterachse überprüft.

26. Oktober 2000                    Leeres Chassis zurück in Pratteln. Demontage der Achsen.

14. Dezember 2000                 Chassis mit Hinterachse zur Neulackierung zu Wenger Carrosserie AG nach Basel überführt.

22. Dezember 2000                 Chassis und Hinterachse zurück. Chassis mit den revidierten Anbauteilen wie bspw. Zentralschmierungs-, Kraftstoff- und Vakuumleitungen neu aufgebaut.

18. Juli 2001                           Karosserie zu Gino Zoggia nach Allschwil überführt, wo sowohl die Spengler-, als auch die notwendigen Stellmacherarbeiten ausgeführt werden.

29. August 2001                     Neuaufgebautes Chassis zum Einbau des revidierten Motors zu Techmosim AG nach Muttenz überführt.

05. September 2001               Chassis mit eingebauter Motor-Getriebeeinheit von Techmosim AG zurück; anschliessend Montage von div. Leitungen, Auspuff, Kühlsystem etc.

16. Oktober 2001                    Chassis mit Motor/Getriebe zu Techmosim AG überführt zwecks Probelauf am 26. Oktober 2001.

01. November 2001                Chassis mit «eingelaufenem» Motor von Techmosim AG zurück.

12. Dezember 2003                 Abschluss der Spenglerarbeiten (ohne Kotflügel) bei Gino Zoggia und Überführung der Rohkarosserie zu Carrosserie Wenger AG nach Basel.

03. April 2003                         Mit Spritzspachtel bearbeitete Karosserie zurück in Pratteln.

21. April 2003 bis April 2004    Karosserie auf das Chassis gesetzt; das Torpedo passt nicht mehr. Die Differenz wird mit einer dickeren Spritzwand ausgeglichen. Gino Zoggia erledigt div. Reparaturen und Korrekturen an den vorderen Kotflügeln und das Einpassen der Türen bei uns in Pratteln.

18. April 2004                         Herr & Frau Zuber mit Herr Dr. & Frau Rohner (Sohn und Schwiegertochter des Erstbesitzers Dr. med. dent. Samuel Rohner)  besuchen uns.

25. Januar 2007                      Demontage der grundierten Karosserie vom Chassis.

21. Februar 2007                    Überführung der grundierten Karosserie zur Wenger AG nach Basel.

24. September 2007               Die fertig lackierte Karosserie zurück in Pratteln.

Dezember 2007                      Spritzwand montiert; Einbau des Kabelbaums ins Chassis.

06. Februar 2008                    Lackierte Karosserie auf Chassis montiert.

Februar bis Juni 2008             Montage der Türen und der Verglasung. Verkabelung der Karosserie und Einbau des Instrumentenbretts.

Frühling bis November 2008    Suche nach einem geeigneten Polsterstoff. Da nichts Passendes erhältlich ist, lassen wir den Originalstoff nach-weben. An- und Einpassen einer historischen Klappsitzanlage und Nachbau des Holzrahmens für die Fondsitzbank gemäss Vorlage (Nürburg von Erich Haller).

Februar 2009                          Herstellung einer Kofferbrücke bei Firma R. Widmer & Co. AG, Pratteln, gemäss Vorlage (Nürburg von Erich Haller).

14. Februar 2009                    Überführung des Fahrzeugs (ohne Kotflügel, Trittbretter, Beleuchtung, Windschutzscheibe, Vordach etc.) nach Sursee zu H.R. König, Autosattler.

09. Dezember 2009                 Abschluss der Sattlerarbeit und Überführung des Wagens in einem geschlossenen Autotransporter der Galliker AG nach Pratteln.

Dezember 2009                      Montage der Kotflügel, Trittbretter, Kofferbrücke und Windschutzscheibe mit Vordach.

Januar bis März 2010              Montage der Lampen auf den Kotflügeln und am Heck, Auftragserteilung zu Herstellung der Stossstangen, Herstellung und Einbau der Fussraste, Probelauf des Motors im «fertigen» Auto, Demontage und Reparatur des Auspuffkollektors. Optimierung des Auspuffverlaufs bis zum ersten Topf, Einbau einer zusätzlichen elektrischen Benzinpumpe.

April 2010  bis Juni 2011         Diverse Korrekturen von Details und Fertigstellungen. Nachbau der Mantel-/Haltestange im Fond gemäss Vorlage (Nürburg von Erich Haller). Restaurierung des Koffers. Transport des Autos zur Classic-Garage Kestenholz, Birsfelden, zwecks Feineinstellungen von Vergaser, Zündung und der Bremsen; anschliessend erfolgreiche Probefahrt. Lieferung und Montage der Stossstangen.

26. Juli 2011                           Abnahme durch die Motorfahrzeugkontrolle in Münchenstein

16. – 22. Juli 2011                  Mit dem Aufmalen der Filets findet die Restaurierung ihr glückliches Ende.



Bild links
Wohin das Auge sich wendet, der Wagen ist reich an hübschen zeittypischen Details, hier das Schloss des Koffers
Bild rechts
Die hölzerne Armaturentafel mit den kleinen schwarzen Rundinstrumenten. Im Gegensatz zu den weniger luxuriösen Mercedes-Benz Fahrzeugen war der Nürburg serienmässig mit einem Fernthermometer ausgestattet


 

 

 

 

Technische Daten

 

Mercedes-Benz 19/100 PS Typ «Nürburg» 500 Pullman (W 08)

 

 

 
Im Aufbau einfach, gewaltig jedoch in der optischen Wirkung: Der Reihenachtzylindermotor überzeugt durch sattes Drehmoment und einen seidenweichen Lauf. Im Vordergrund Ansaug- und Auspuffkollektor, rechts das Getriebe der Schraubenspindellenkung

 

Fotos während Restaurierung: Peter & Paul Winet

Fotos nach Restaurierung: DAm & HPW






Veröffentlicht am:
13:32:48 17.02.2012

Autor:
Peter & Paul Winet

Letzte Aktualisierung
16:08:46 21.02.2012